Durch das Kurssystem an hannoverschen Gymnasien wird zwar jedem eine individuellere Schulausbildung ermöglicht, doch es gibt auch gravierende Nachteile: Anonymität und Unpersönlichkeit in der Schule. Wirkliche und feste Freundschaften bilden sich gerade in der Oberstufe nur selten. Man hetzt in schlecht ausgestatteten Schulen von Kurs zu Kurs, von Raum zu Raum und steht lange Zeit unter enormen Leistungsdruck. Von vielen Mitschülern kennt man kaum die Namen. Nur Schüler, mit denen man schon früher in eine Klasse ging, kennt man vielleicht näher.
Wir haben diese Probleme selbst erfahren und wollten uns damit nicht abfinden. Daher haben wir uns zusammengetan und eine Schülerverbindung gegründet! Wir treffen uns regelmäßig und starten die unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten. Wir sind aber kein Verein, keine Sekte oder Nachwuchsorganisation einer Partei oder einer Studentenverbindung. Wir sind unabhängig und frei!
Mit akademischen Verbindungen wie z.B. Landsmannschaften und Corps (die es an jeder Universität gibt) haben wir aber viele Änhlichkeiten, z.B. unterstützen auch wir uns gegenseitig und halten zusammen wie Pech und Schwefel. Wir bilden einen Lebensbund aus den zur Schule gehenden aktiven Mitgliedern (einfach „Aktive“ genannt) und ehemaligen Schülern (die werden „Alte Herren“ genannt).
Da wir gute Beziehungen zu anderen Schüler- und Studentenverbindungen in ganz Europa unterhalten, reisen wir viel herum. Dabei werden neue Kontakte geknüpft und alte gepflegt, sowie die verschiedensten Universitäten und ihre Umfelder unter die Lupe genommen. Wer nach dem Abitur ein Studium anstrebt kann sich so auf angenehme Weise aus erster Hand informieren. Die Studienplatzwahl gerät dann nicht zum Glücksspiel! Solche Reisen werden übrigens oft von Alten Herren gesponsert.
Wir vertreten keine stammtisch-politische Richtung und akzeptieren keinen Extremismus. Wir bekennen uns zum Grundgesetz und den enthaltenen Werten. Die freiheitlich-demokratischen Grundordnung Deutschlands trägt nicht nur unseren Staat, sondern auch unsere Verbindung: der Aufbau ist demokratisch geregelt. Bei Mitgliederversammlungen treffen wir Entscheidungen gemeinsam und jede Meinung wird hier ernst genommen!
Schülerverbindungen haben eine viele Jahrhunderte lange und oftmals verklärte Geschichte (Stichwort „Feuerzangenbowle“). Da wir die Ideale Einigkeit und Recht und Freiheit hoch halten, wurden Schülerverbindungen im Dritten Reich verfolgt. Nicht ohne Grund lautet unser Wahlspruch „Kameradschaft, Demokratie, Einigkeit!“
Wer alt genug ist – und dies möchte – kann bei einigen unserer Veranstaltungen Bier trinken. Das ist kein Tabu, denn dadurch werden wir noch lange nicht zu einem „Säuferverein“. Die Rechnung „Alkohol + Jugendliche = Alkoholmissbrauch“ zeugt nicht von Intelligenz. Die von uns angeprangerte soziale Isolation macht anfällig! In einer Schülerverbindung hingegen muss jeder bei Zeiten Verantwortung übernehmen, z.B. durch ein Amt als Sprecher, Kassenwart oder auch einfach durch die Organisation einer Veranstaltung. Hierdurch stärken wir unter anderem die soziale Kompetenz und Teamfähigkeit unserer Mitglieder.
Eine Reihe berühmter Persönlichkeiten gehörte übrigens auch Schülerverbindungen an: z.B. Ludwig Erhard (in Fürth 1913), Richard Wagner (in Leipzig 1830), Otto von Bismarck und auch Robert Schumann (in Zwickau 1825).
Das Beste zum Schluß: Jeder Gymnasiast in Hannover kann in unserer Pennalverbindung Honovere Mitglied werden. Wir freuen uns auf Eure Nachricht!